erikcohen IIISich den Künstlernamen ERIK COHEN zu geben, war für den Sänger Daniel Geiger, auch bekannt unter dem Namen Jack Letten als Sänger von SMOKE BLOW, sicherlich nicht die schlechteste Entscheidung, schließlich gibt es einige erfolgreiche Künstler, die den Namen Cohen tragen.

Interessant ist nun, dass mir sowohl SMOKE BLOW bereits seit vielen Jahren ein Begriff sind und auch der Name ERIK COHEN ist mir seit seinem 2014er Debüt „Nostalgie Der Zukunft“ geläufig, zu mehr hat es bislang aber nicht gereicht, so dass der Abschluss seiner Albumtrilogie in Form von „III“ nun der erste intensivere Kontakt mit seiner Musik darstellt.

So kann ich wenigstens ganz unvoreingenommen an dieses Album herangehen und ich muss sagen, dass es einerseits vollkommen meine Erwartungen erfüllt, andererseits aber auch ganz anders ist als vorab angenommen. Da eine Band wie SMOKE BLOW inzwischen fast schon Kultstatus genießt in der einheimischen Punk/Hardcore Szene, konnte man schon damit rechnen, dass „III“ eine coole Platte werden würde, ich hatte allerdings mehr mit einem typischen Singer/Songwriter Album gerechnet mit nachdenklichen Texten, ruhigen Momenten und so weiter.

Doch Pustekuchen, „III“ rockt wie Sau und ist, man verzeihe mir die Wortwahl, Singer/Songwriter Mucke mit Eiern. Treibende Drums, ein pumpender Bass und tief gestimmte Gitarren, das sind die instrumentalen Zutaten von „III“, dazu kommt dann der tiefe, häufig aber auch hymnische Gesang des Namensgebers, der natürlich im Mittelpunkt steht ohne dass man hier von einem Soloalbum sprechen müsste. Besonders gefallen in diesem Zusammenhang die vielfach eingestreuten Mini-Gitarrensoli und -melodien, die oftmals nur ein paar Sekunden dauern, dem Album dadurch aber ein besonderes Flair verleihen können.

Überraschend gut gelingt es ERIK COHEN dabei sowohl textlich als auch musikalisch dem Deutschrock-Einheitsbrei aus dem Weg zu gehen, das Album hat eine ganz individuelle Note und mit „Englische Wochen“ gibt es sogar eine Fußballhymne, die nicht peinlich und aufgesetzt wirkt. Ansonsten geht es thematisch hier kreuz und quer zur Sache, mal etwas ernsthafter wie in „Spur Der Steine“, mal etwas ironischer wie in „Belphegor“. Ich kann zwar nicht behaupten, dass mir ERIK COHEN mit seinen Texten aus dem Herzen und der Seele spricht, das Ganze wirkt aber zu 100 Prozent authentisch und was die Kurzweiligkeit angeht, kann diesem Album kaum ein anderes etwas vormachen.

Und abschließend kann ich mir kaum vorstellen, dass es viele Leute geben wird, die coole, mächtig rockende Songs wie „Altes Feuer“, „Hart Am Overkill“ (Highlight!) und „Fehmarn“ nicht prima finden werden, man muss eben nur erst einmal darauf gestoßen werden. Für mich ein nicht erwartetes erstes Highlight des Jahres. (Maik)

Bewertung: 

Maik 20168,5 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 36:09 min
Label: RYL NKR Recordings
Veröffentlichungstermin: 26.01.2018

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