Donots Lauter als Bomben

Damals, als ich 17 Jahre alt war, hatten die DONOTS aus Ibbenbüren ein Album draußen mit dem Titel „Better Days Not Included“, und das hab ich im Jahr 1999 rauf und runter gehört. Auch live hab ich die 1993 gegründete Band, die seit 1995 in gleicher Besetzung spielt, seinerzeit zahlreiche Male gesehen. Nach „Pocketrock“ habe ich sie dann für viele Jahre aus den Augen verloren, obwohl ich noch einige Jährchen beim Punkrock geblieben bin. Auch das deutschsprachige Debüt „Karacho“ vor drei Jahren ging komplett an mir vorbei.

 

Beim ersten Anhören war ich erst mal nicht so begeistert und dachte mir so „och nöööö“ – vielleicht weil der Sprung von „Whatever Happened To The 80s“ zu „Keiner Kommt Hier Lebend Raus“ dann doch enorm ist. Erst nochmal beiseite gelegt, hat es dann beim Autofahren doch noch gezündet, als „Eine Letzte Letzte Runde“ im Radio über den Äther klang. Dieser Song ist mit seinen Ska-Elementen nicht nur ein Gute Laune Garant, sondern erinnert mich an unzählige genau so erlebte Momente in meiner (inzwischen leider geschlossenen ehemaligen) Stammkneipe: „Nimm deine Hand von der Tür, zieh deine Jacke wieder aus. Wir denken morgen erst an morgen. Mit The Clash gekommen und geblieben, das letzte Wort haben die Ramones. Wir bleiben solange hier wie unsere Lieblingslieder laufen“

Letztlich muss man der Band, die schon mehr als zwei Jahrzehnten im Geschäft ist, attestieren ein sehr abwechslungsreiches und vielseitiges Album eingespielt zu haben. Hier und da erinnert es mich tatsächlich auch an meine alten Deutschpunk-Zeiten, „Rauschen (Auf Jeder Frequenz)“ weckt Assoziationen an die „Blechdose“ von der TERRORGRUPPE, bei „Das Dorf War LA“ hatte ich auch, warum auch immer, WIZO im Kopf.

Nicht nur musikalisch, auch lyrisch gelingt es den Nordrhein-Westfalen nostalgische Gefühle zu wecken. Das extrem kurze aber coole „Das Dorf War LA“ zum Beispiel ist wie so eine kleine Zeitreise in meine Jugendzeit : „Genau wie früher, damals als alles ganz egal war, außer anders zu sein, als alle da draußen Klischees abzureißen und daran fest glauben, Ideale gestapelt und Hauptsache Punk“. Textlich haben einige Songs ein paar echte Höhepunkte aufzuweisen, es gibt manchmal nichts Schöneres als sich an Zeilen zu erfreuen, wie: „Mit dem Kanister in der Hand, verbrenn' ich alle meine Brücken und wärme mich daran Ich dreh' um zu meinen Ängsten, gib ihnen die Hand und einen Namen“ (Heute Pläne, Morgen Konfetti). Oder gleich bei „Geschichten Vom Boden“: „Doch jeder Bordstein ist ein Thron. Und wir schreien unsere Namen in die Nacht, mit offenen Armen auf den Dächern der Stadt, die uns vergessen hat““

Sehr cool gelungen ist das Cover, auf welchem alle Liedtexte verewigt sind. Eine Limited Edition Box bietet Fans neben der CD auch eine Live-DVD, eine Vinyl Single und ein Teil von einem alten Backdrop.

Für meine persönlichen Top Ten des Jahres wird es vermutlich eher nicht reichen, aber immerhin hat das Album mir Lust gemacht, die Jungs mal wieder live anzuschauen, wenn sie demnächst „in town“ aufspielen. (Manu)

Bewertung:

Manu7,0 7 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: -
Label: Solitary Man Records
Veröffentlichungstermin: 12.01.2018

 

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